Schafe und Ziegen schützen Moor

Regionale Stiftungen und der LandkreisFriesland unterstützen die Schäferei in Ruttelerfeld

Schäfer Peter Schein sorgt mit 450 Schafen und 270 Ziegen dafür, dass die  natürliche Moorlandschaft erhalten bleibt.

Peter Schein hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit 2008 bewirtschaftet der gelernte Vermessungstechniker die Moorschäferei Spolsener Moor in der Gemeinde Zetel. Mit 450 Schafen und 270 Ziegen setzt er sich dafür ein, die natürliche Moorlandschaft zu erhalten. Von dieser Arbeit überzeugt zeigen sich auch die Vertreter der Naturschutzstiftung Region Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven und der Umweltstiftung Weser-Ems, die sich jetzt bei einem Besuch vor Ort informierten.

„Die Moorschäferei ist die richtige Wahl“, sagte Armin Tuinmann, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung. Seit Jahren geht Moorschäferei gegen den Gehölzbewuchs vor, unterstützt von der staatlichen Moorverwaltung. So konnte erfolgreich die Bewaldung zurückgedrängt werden, und typische Tier- und Pflanzenarten sich wieder ausbreiten. Torfabbau, Moorbrandkultur oder Entwässerung haben über Jahre dem Lebensraum zugesetzt. Das ursprüngliche Hochmoor ist nicht mehr vorhanden. So hat sich die Moorbirke ausgebreitet und zu kleinen Wäldern entwickelt. Genau dort setzt Schäfer Peter Schein mit seiner Arbeit an.

„Wir beweiden 270 Hektar Naturschutzflächen im Stapeler und Spolsener Moor“, erklärte der 56-Jährige beim Besuch auf dem Hof. Die Schäferei habe den Zweck, die Moorflächen offen zu halten, um eine Verbuschung mit Birken und anderen Gehölzen zu vermeiden. Mittlerweile habe er sichtbare Beweidungserfolge erzielen können, sagte der Moorschäfer. Das Moor wird von Mai bis Oktober beweidet. Die Landschaftspflege und der Naturschutz seien seit den 80er Jahren die Haupteinnahmequelle, so Peter Schein. Damit sich die Schäferei tragen kann, ist er auf Zuwendungen unter anderem der Agrarförderung, des Landkreises Friesland sowie der Naturschutz-Stiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven und der Umweltstiftung Weser-Ems angewiesen.

Der Erhalt dieser Naturlandschaft gelinge nur über eine gezielte Beweidung, unterstrich Ewald Tewes, Geschäftsführer der Umweltstiftung, die Rolle der Moorschäferei. „Wir fördern gerne dieses Kleinod.“ So konnten auch im Jahr 2015 durch Fördermittel Stallanbauten in der Moorschäferei umgesetzt werden. Diese seien erforderlich geworden, weil die notwendige Tierzahl zur Beweidung nicht mehr ordnungsgemäß untergebracht werden konnte, sagte Peter Schein.

Der Stapeler Moorkomplex in den Landkreisen Ammerland, Friesland, Leer und Wittmund mit rund 1.500 Hektar ist eines der größten Moorgebiete im nordwestdeutschen Raum.

Die Flächen sind Teil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000.

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