Wiesenweihe und Kiebitz sind elegante Flugk√ľnstler. W√§hrend der Kiebitz als Charaktervogel der Marsch gerade im Jeverland (Landkreis Friesland) sehr bekannt ist, geh√∂rt die Wiesenweihe eher zu den unbekannteren Arten.

Da ihre urspr√ľnglichen Lebensr√§ume zerst√∂rt und immer weiter eingeengt worden sind br√ľtet die vom Aussterben bedrohte Wiesenweihe heute fast ausschlie√ülich in Getreidefeldern. Nur etwa 300 Brutpaare werden noch in der Bundesrepublik gez√§hlt, davon ca. 40 - 60 in Niedersachsen.

Die Wiesenweihe lebte fr√ľher in den weitl√§ufigen Mooren, in Heiden, aber auch in R√∂hrichten und auf feuchten Wiesen.

Nach der √úberwinterung s√ľdlich der Sahara kehren die Weihen im Fr√ľhjahr zur√ľck und legen Mitte bis Ende Mai ein Bodennest aus trockenem Pflanzenmaterial mit 3 - 5, manchmal bis zu 6 Eiern an. Dann kann die Weihe jagend beobachtet werden. Nicht allzu hoch √ľber dem Boden sp√§hen die V√∂gel nach Beute um sich dann pl√∂tzlich, einen Haken schlagend, herabzust√ľrzen. Kleins√§uger wie die Feldmaus, Gro√üinsekten aber auch Kleinv√∂gel sind die bevorzugte Beute. Die Beute√ľbergabe in der Luft geh√∂rt auch zum Repertoire dieser eleganten V√∂gel.

Die Brutdauer betr√§gt durchschnittlich 30 Tage pro Ei. Da das Gelege von der Ablage des 1. Eis an bebr√ľtet wird und damit die Jungen auch nicht alle gleichzeitig schl√ľpfen kann das komplette Gelege 30 - 38 Tage bis zum Schlupf aller Jungweihen ben√∂tigen. 30 - 40 Tage vergehen bis zur Flugf√§higkeit der Jungen. Nach dem Ausfliegen aus dem Nest gehen die Jungen selber auf Nahrungssuche, werden aber auch noch bis zum Verlassen des Brutplatzes von den Altv√∂geln versorgt.

Doch in Wintergerste oder -weizen droht den Weihen eine tödliche Gefahr: der Mähdrescher. Diese Gefahr kann aber gebannt und damit das Aussterben der Wiesenweihe verhindert werden, wenn Landwirtschaft und Naturschutz zusammenarbeiten.

Diese Zusammenarbeit wird im Landkreis Friesland bereits seit vielen Jahren betrieben. Sie ist mit der Gr√ľndung der Naturschutzstiftung Region Friesland - Wittmund - Wilhelmshaven und der Unterst√ľtzung durch das Friesische Brauhaus aus der Aktion¬†Umwelt und K√ľste noch weiter intensiviert werden.

Wenn die Feldfr√ľchte erst einmal hochgewachsen sind, ist das Nest der Wiesenweihe fast nicht mehr zu finden. Es ist daher wichtig Kontrollen der Brutpl√§tze ab Mitte Mai durchzuf√ľhren und in Zusammenarbeit mit dem Landwirt die Nester der Weihen in den Getreidefeldern zu markieren. In der Regel wird ein Bereich von etwa 25 x 25 m gekennzeichnet. Der M√§hdrescher spart diesen Bereich bei seiner Arbeit aus. So k√∂nnen die Jungen fl√ľgge werden und f√ľr den weiteren Fortbestand der Art sorgen. Der Landwirt erh√§lt f√ľr seinen Ernteausfall eine Entsch√§digung.

Sie k√∂nnen sich die Details des Projekts wie die Positionen der Neststandorte und die Anzahl der geschl√ľpften K√ľken von 2006 - 2014 auf einer Karte ansehen.

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