Internationales Naturschutzcamp auf Wangerooge

Bereits zum 6. Mal fand im August 2015 auf der Nordseeinsel Wangerooge im Nationalpark Niedersächsiches Wattenmeer ein internationales Jugendworkcamp in Kooperation zwischen der Nationalparkverwaltung Niedersächsiches Wattenmeer, dem Mellumrat e.V. und den Internationalen Jugendgemeinschaftdiensten (ijgd) statt.

Gefördert wurde dieses Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, der Niedersächsischen Wattenmeerstiftung und zum wiederholten Mal auch von der Naturschutzstiftung Region Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven. Die 16 TeilnehmerInnen im Alter von 16 - 26 Jahren kamen diesmal aus Tschechien, Italien, Frankreich, China, Spanien, der Slowakei, Weißrussland und Deutschland.

Wie in den vergangenen Jahren standen Arbeiten in den westlich vom Inseldorf gelegenen Eisteichen und dem Heidegebiet an. Ziel war die Förderung der Bedingungen des Strandlings, einer bedrohten Pflanzenart, der Kreuzkröte aber auch anderen gefährdeten Arten. Außerdem stand wieder die Beseitigung der Spätblühenden Traubenkirsche und der Kartoffelrose an, zwei sog. Neophyten, die nicht zur Flora der Ostfriesischen Insel gehören.

Der Strandling ist eine Pflanze, die sich in den Eisteichen etabliert hatte als diese noch genutzt wurden, also bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die historische Nutzung, bei der Boden der Eisteiche immer wieder verletzt wurde, wird durch die jährlichen Pflegemaßnahmen simuliert.

Die Kartoffelrose und die Spätblühende Traubenkirsche gehören zu den sich verstärkt ausbreitenden invasiven Neophyten, die die heimische Flora verdrängen. Die Arbeiten wurden im Detail dokumentiert, um den Erfolg in den nächsten Jahren kontrollieren zu können.

Das diesjährige Arbeitsergebnis ist sehr gut und lässt erkennen, dass insbesondere die Traubenkirsche auf der Insel Wangerooge auf lange Sicht ausrottbar ist. Für die Kartoffelrose, die auf Wangerooge inzwischen weite Bereich in den Dünen bewächst, kann dieses Ziel nur im Heidegebiet  angestrebt werden. Ob eine vollständige Beseitigung möglich ist, werden die nächsten Jahre zeigen. Auf den bei den Naturschutzcamps in den letzten Jahren bearbeiteten Flächen zeigt sich, dass sich junge Besenheidepflanzen angesiedelt haben und Graudünen-Grasfluren sich ausbreiten. In den Eisteichenist erkennbar, dass das Vorkommen des Strandlings langsam stabiler wird.

Neben der praktischen Arbeit und einer Einführung in das Projekt gab es für die Teilnehmer eine naturkundliche Inselführung sowie eine Wattwanderung, um die Teilnehmer mit dem einzigartigen Lebensraum Wattenmeer vertraut zu machen.

Auch 2016 soll wieder ein Naturschutzcamp auf Wangerooge stattfinden.
(nach einem Bericht des ijgd 2015)

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